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… stammt ursprünglich aus Westafrika (Kamerun) und kam in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Deutschland. Insbesondere die Tierhandlung Carl Hagenbeck brachte Kamerunschafe als Lebendproviant für Löwentransporte nach Deutschland. Tiere die bei der Ankunft in Hamburg übrig blieben, kamen in den Tierpark und wurden aufgrund ihres exotischen Aussehens gehalten. Über 100 Jahre waren die Kamerunschafe meist nur in Tierparks zu sehen. Seit den 1980er Jahren findet nun auch eine Verbreitung in der Zucht als Nutztier in Deutschland statt. Seit 1997 ist das Kamerunschaf als Landschaf züchterisch anerkannt.

Das Kamerunschaf ist dem kleinrahmigen Urschaf, dem Mufflon, sehr ähnlich geblieben. Es hat ein Haarfell und wird nicht geschoren. Zum Winter bekommt es ein dichtes Unterfell, welches im Frühjahr wieder abgeworfen wird. Das spart heute aufgrund der mangelnden Nachfrage nach Wolle unnötige Kosten für das Scheren. Es ist relativ klein, benötigt daher weniger Futter und kann auf kleineren, für die Landwirtschaft ansonsten nicht mehr rentablen Flächen gehalten werden. Aufgrund seiner sehr hohen Fleischqualität ist es damit in der Landschäferei wirtschaftlich zu halten.

Kamerunschafe werden bis zu 15 Jahre alt. Die Auen (weibliche Schafe) werden ab dem 9. Monat geschlechtsreif, die Böcke sind bereits nach 6 Monaten zeugungsfähig. Nach zwei bis drei Jahren sind die Tiere ausgewachsen. Dabei haben Böcke ein Körpergewicht von durchschnittlich 50 kg und Muttertiere zwischen 35 kg und 40 kg.

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Die Auen und Böcke leben die meiste Zeit im Jahr in eigenen Herden, nur zur Paarungszeit kommen sie zusammen. Für Ordnung sorgen jeweils Leittiere. Auf den Weiden sind sie gerne in kleineren Gruppen unterwegs. Bei Gefahr stieben sie in alle Richtungen auseinander, um sich schnellstmöglich wieder zum Verband zu sammeln. Das macht es Angreifern schwerer ein Tier zu greifen. Das macht es aber auch unmöglich sie mit Hunden zu treiben. Gerade Böcke setzen ihre imposanten Hörner aber auch wehrreich ein. So mancher Hund und leichtsinniger Mensch musste dies schmerzhaft erfahren.